Großes Klangvokal-Finale
Musik für die Augen

Kann man Musik sehen? Victoria Coeln nickt. Sie spielt das zusätzliche Instrument beim großen Klangvokal-Finale im Dortmunder Konzerthaus, sie macht Musik fürs Auge.
Dieses Konzert hat viele Spannungsbögen: Es vereint Richard Wagner und Hans Werner Henze, beide Pioniere der Moderne, zu ihrer Zeit. Der 1. Akt der „Walküre” gekoppelt mit Henzes 5. Sinfonie; die Brücke schlagen Wagners Wesendonck-Lieder, neu instrumentiert von Henze. Ein Abend der großen Stimmen, allen voran Angela Denoke, Stig Andersen. Ein Abend der großen Töne: Dortmunds Orchester „hat einen Riesen-Wagner-Klang”, sagt dessen Dirigent Jac van Steen. Ein Abend der großen Gefühle – denn aus der Musik schöpft Coeln die Inspiration fürs Bild und damit ein völlig neues Format für die Aufführung.
„Keine Angst vor Wagner”, sagt Dortmunds Generalmusikdirektor Jac van Steen – schon gar nicht in dieser szenisch-konzertanten Form. „In dieser Spannungskurve wird Wagners Musik neu zu hören sein”, malt Torsten Mosgraber (Klangvokal) ein überzeugtes Bild vom Sehnsuchts-Akt mit Siegmund und Sieglinde. Und die Regisseurin des Abends, Franziska Severin, Operndirektorin in Leipzig, führt den Pinsel weiter: „Wir schaffen eine visuelle und szenische Klammer”.
Auf der Bildebene öffnet sich eine neue Geschichte, keine 1:1-Umsetzung der musikalischen Erzählform. Keine Bebilderung also, betont Lichtkünstlerin Victoria Coeln, „sondern fast eine neue poetische Komposition mit Licht und Video”. Da, sagt sie, will sie hinkommen, wenn sie Lichträume und Schattenebenen schafft, die über Sängern und Orchester schweben. Wenn sie, weg von der reinen Interpretation, am Mischpult ebenso auf van Steens Dirigat reagiert wie die Musiker im Orchester und abstrakte Kontrapunkte schafft.
Henze-Hommage
Dezember 2008. Die Opernhäuser, Konzertsäle, Ballettkompanien und Festivals des Ruhrgebiets treffen sich zum gemeinsamen Arbeitsgespräch mit Hans Werner Henze. Nach einer langen Weile greift der Komponist zum Mikrophon. Er spricht leise, sehr langsam und dringlich: „Ich nähere mich einer geheimnisvollen Mitte. Ob das gelingt? (...) Ich höre von Ihren Planungen für 2010 und bin bis zur Unaussprechlichkeit gerührt. Meine Vorfahren kommen von hier. Mein neues Werk ist eine Gabe an meine Heimat. Im Grunde bringe ich einen Affekt musikalisch zum Ausdruck.“
Die Weltkulturhauptstadtinszenierung, schreibt das Theater Hagen, kommt für einen symbolischen Moment zum Stillstand. Und so fragil dieser Augenblick auch ist, so spürbar zieht er seine Energie und Relevanz aus der Aufgabe, um die es geht: Um Neue Musik für eine ganze Metropole. Für die Hommage an den Komponisten und Musikdenker Hans Werner Henze hat sich die gesamte Musiklandschaft der Region zu einem Netzwerk für Neue Musik zusammengeschlossen. 35 Partner präsentieren seit Januar und bis Dezember 2010 Henzes musikalisches Werk und gesellschaftliches Handeln. Als Komponist, Festivalleiter, Förderer junger Talente und Impulsgeber gehört Henze zu den prägenden Persönlichkeiten und Pionieren der Moderne.
Keine Angst vor Wagner: Mit dem Projekt „Wagner & Henze” wollen Klangvokal und Philharmoniker nicht nur künstlerisch Hemmschwellen abbauen, sondern auch finanziell. Der Preis fürs einzigartig sinnliche Erlebnis im Dortmunder Konzerthaus ist deshalb mit 10 bis 44 Euro ganz niedrig angesetzt.
Anja Schröder
Der Westen
30.04.2010
Kultiversum Panorama
Erlösung dem Erlöser
Dortmund, Wagner: Lohengrin
Als Christine Mielitz 2002 in Dortmund die Nachfolge von John Dew antrat, übernahm sie kein leichtes Erbe. Sie empfahl sich als Hoffnungsträgerin, nachdem sie im thüringischen Meiningen mit einem «Ring» an vier aufeinanderfolgenden Tagen für Furore gesorgt hatte. Damals pilgerten Heerscharen von Opernfreunden zum «Meininger Theaterwunder». Doch das Wunder wollte sich in Dortmund nicht wiederholen. Während Mielitz’ Ruhm als Regisseurin auswärts wuchs, blieb es in Dortmund durchwachsen, auch ihr dortiger «Ring»-Zyklus entwickelte wenig Strahlkraft. Nun scheint sie der Last des Amtes müde und hat im vergangenen Oktober mitgeteilt, dass sie ihren laufenden Vertrag vorzeitig zu lösen gedenkt. Ausgerechnet nach dieser Wendung ist ihr nun ihr stärkster Wagner-Abend in Dortmund geglückt.
Im Kontext einer streng hierarchischen, gewaltbereiten Männerwelt konzentriert sich Mielitz beim «Lohengrin» ganz auf die beiden Paare, denen sie das übliche Gut-Böse-Gefälle systematisch austreibt. Weder Elsa noch Lohengrin sind Lichtgestalten. Die Erlöserfigur des Schwanenritters scheint selbst der Erlösung zu bedürfen: Als Mischung aus Außerirdischem und Starlight-Express-Held ist er nichts als eine zombiehafte weibliche Projektionsfläche – ein zusammengeflickter Typ, dessen Rechte mit seinem Schwert verwachsen ist. Elsa dagegen stöckelt als neurotisches Blondchen mit Hochsteckfrisur und Mini-Kleid umher. Ortrud und Telramund werden in die Nähe des hohen Paars gerückt. Seltsam verwandt scheinen Elsa und Ortrud, die sich in der Trauer um Telramund sogar in den Armen liegen: Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs (eine Idee, die übrigens schon Werner Herzog in Bayreuth umsetzte).
Die Entdämonisierung des Intrigantenpaares verleiht dem Ganzen ein neues, eigenes Gewicht und eine Leidenschaft, die ohne Überzeichnung auskommt. Mielitz nimmt beide Paare gleich ernst, sie denunziert und romantisiert niemanden. So entsteht eine enorme Binnenspannung, die den ganzen Abend trägt.
Wenn diese Premiere ein Problem hat, dann höchstens durch den Hang zu doppelten Ausrufezeichen. Das gilt, neben der souveränen und bisweilen überdeutlichen Personenführung, auch für Frank Fellmanns mit Spiegelwänden, Goldfolie und mehrstöckigem Aufbau bestückte Bühne, die in ständiger Bewegung ist und unablässig mit Verweisen winkt: Picassos «Guernica» mahnt vor den Grauen des Krieges; mit einem Philipp Otto Runge-Prospekt wird der Bogen zur Frühromantik geschlagen.
Musikalisch entwickelt der Abend viel Sogkraft: Jac van Steen hält die Zügel sicher in der Hand, wählt flüssige Tempi und einen ausgenüchterten, doch plastischen Tonfall. Die Dortmunder Philharmoniker sitzen auf der Stuhlkante und ziehen klangschön mit. Marco Jentzsch in der Titelrolle musste sich nach hoffnungsvoll strahlendem Beginn in der Premiere nach dem ersten Akt einer Indisposition geschlagen geben, von der Seite sang Charles Kim mit ungleich muskulöserem Tenor höchst respektabel weiter. Susanne Schuberts Elsa klang anfangs leicht überspannt, entwickelt jedoch lyrische Wärme und klare Diktion. Szilvia Ráliks Ortrud ist von gelenkiger Schlankheit und heller Durchschlagskraft, neigt gelegentlich zu Schärfen in der Höhe. Anton Keremidtchiev ist ein markiger Telramund mit Verdi-Attacke, Stephan Klemm ein imposant unnahbarer, höhensicherer König Heinrich.
Wagner: Lohengrin.
Premiere am 6. Dezember 2009. Musikalische Leitung: Jac van Steen, Inszenierung: Christine Mielitz, Bühne: Frank Fellmann, Kostüme: Renate Schmitzer, Chor: Granville Walker. Solisten: Marco Jentzsch/Charles Kim (Lohengrin), Stephan Klemm (König Heinrich), Susanne Schubert (Elsa), Anton Keremidtchiev (Telramund), Szilvia Rálik (Ortrud), Simon Neal (Heerrufer).
Probenbesuch
Warten auf Lohengrin
Jac van Steen bei den Proben. Foto: Knut Vahlensieck
Dortmund. „Die Natur, hier die menschliche Natur, muss sich rächen und die Offenbarung zunichte machen” schrieb Richard Wagner über seinen "Lohengrin", den er für seine traurigste Oper hielt.
Im Revolutionsjahr 1848 fertiggestellt, geprägt von den Hoffnungen und Enttäuschungen des Vormärz, erscheint Erlösung hier umöglich.
Nach 25 Jahren ist das Werk erstmals wieder in Dortmund zu erleben, in einer Inszenierung von Opernintendantin Christine Mielitz und unter musikalischer Leitung von Generalmusikdirektor Jac van Steen. Ein Probenbesuch.
Zeitlos gültig
10. Jahrhundert. Oder der spanische Bürgerkrieg. Oder der 11. September 2001. Das Bühnenbild lässt mit dem Zitat von Picassos berühmten Anti-Kriegsbild „Guernica” und den Trümmern des World Trade Centers jeden Zeitbezug zu. Eine Gesellschaft in der Krise - das ist ein zeitloses Phänomen. Brabant steht ohne Thronfolger da, die Sehnsucht nach einem Heilsbringer ist groß. Ortrud und Telramund wollen mit allen Mitteln an die Macht - auch wenn sie dafür Elsa vernichten müssen...
Susanne Schubert stolpert auf die Bühne. Trotz Bommelschal, Strickjacke und Straßenhose verwandelt sie sich plötzlich in die gepeinigte Elsa, zwei Dutzend Herren hinter ihr werden trotz Jeans und Turnschuhen zur strafenden Masse.
Ohne viele Worte ist klar: Hier wird Gericht gehalten über eine, die einen Mord begangen haben soll und doch ihre Unschuld beteuert. Ungeduldig greift König Heinrich (Stephan Klemm) nach einer goldenen Pappkrone, fordert wütend ein Gottesurteil und... „Stop!
Zurück bitte!” ruft Christine Mielitz aus dem Zuschauerraum und läuft energisch auf die Bühne. „Ortrud, flieg ein bisschen mehr”, sagt sie zu Szilvia Ràlik, geht dann zu „Telramund” Anton Keremidtchiev, zeigt ihm, wo er herlaufen, wohin er schauen, wann er sich drehen soll und singt sogar die passenden Stellen. Jac van Steen lässt erneut die Musik erklingen, erneut halten die Menschen Gericht über Elsa. Christine Mielitz sieht gebannt zu, lässt die Hände auf und ab fliegen, als wolle sie die Sänger an Fäden ziehen.
»Wenn man die Weiber hat, wird es gut gehen«
„Wartet! Wartet!” Wieder bricht die Szene ab. Mielitz rennt auf die Bühne. „Man muss euch mehr Empörung ansehen”, sagt sie zum Herrenchor, der durch den Extra-Chor verstärkt wird. Der König muss noch ungeduldiger sein, Elsa verzweifelt noch nicht an der richtigen Stelle. Mielitz zerrt an ihr, reißt den Mund auf, kämpft mit um ihr Leben - in Stellvertretung der noch fehlenden Statistinnen. „Wenn man die Weiber hat, wird es gut gehen”, sagt sie schließlich.
Wieder und wieder setzt sich alles in Bewegung, bricht ab, beginnt erneut. Wie ein Irrwisch bringt Mielitz die Massen immer näher an den Punkt, an dem Lohengrin erscheinen soll - der Heilsbringer, den Elsa herbeisehnt, den die anderen aber für ein Hirngespinst halten. Die Wände bewegen sich, selbst Bühnenbildner Frank Fellmann schiebt mit. Noch kommt nur Holz auf den Chor zu, der erschreckt zurückweicht - in der Aufführung werden es Spiegel sein.
Guernica und World Trade Center fahren gen Himmel, ein romantischer Vorhang mit Schwänen und Mondenlicht fährt hinab. Und plötzlich steht da: Lohengrin. Sein Gesang macht das Probenkostüm aus Jeans und gel-bem Beinkleid vergessen. Die anderen werfen sich nieder, entzückt, träumend und rufen: „Ein Wunder!”
Premiere ist am 6. Dezember. Info hier
Nadine Albach
Kultur, 18.11.2009
Opern-Stunde vor Publikum
Erst plauderten zwei: Generalmusikdirektor Jac van Steen mit Opern-Star Barbara Hannigan. Zwei Stühle, zwei Mikros, eine kleine Bühne im Opernhaus-Foyer. Danach sang eine: Judith Hoffmann, Nachwuchs-Sopranistin ganz ohne Mikro, unterrichtet von Barbara Hannigan.
Opern-Stunde vor Publikum - genannt „Masterclass”. Erstmals in Dortmund.
Zunächst also 30 Minuten Interview mit der Sopranistin, die nach Engagements in London, Paris, New York dem 1. Philharmonischen Konzert heute ihre Stimme leiht. Wie das sei mit einem Top-Komponisten eng zusammen zu arbeiten, wollte van Steen wissen. Er meint Henri Dutilleux, großer Fan der Sopranistin.
Ein großer Vorteil sei das, so Hannigan, wähle der 93-Jährige doch zum Teil Töne extra für sie, schreibt ihr Kompositionen quasi auf die Stimme. Während Hannigan das erzählt, bewegt sie ihre Hand halb geöffnet so sanft, als ob sie gerade Dutilleux singt. „Bei einem Mozart kann man nicht einfach eine andere Note singen.”
Gleich kehren sich die Rollen um
Im Publikum lauscht gebannt Sopranistin Judith Hoffmann. Gleich sollen sich die Rollen umkehren. „Nach einer Minute kennt Barbara die Judith und die junge Dame sich selbst vielleicht ein wenig besser”, kündigt van Steen an. Fünf Minuten für die Arie der Ann Truelove aus Strawinskys „The Rake's Progress”. Jetzt steht Hannigan im Publikum, bewegt die Lippen, macht sich Notizen. Folkwang-Absolventin Hoffmann auf der Bühne: Ausdrucksstark, klangschön, tolle Darbietung, Applaus.
Darbietung zerpflückt
Doch Opern-Star Hannigan macht sie noch besser. Erste Anmerkung gleich beim zweiten Wort: Das „d” soll sie betonen, sie hatte es fast stumm herausgebracht. Fünf Versuche und der Treffer. „Breath” („Atme”) ruft die Lehrerin jetzt öfter. Wo man atmet, ist ganz entscheidend. Hannigan zerpflückt die Darbietung gnadenlos. Die Fünf-Minuten Arie zieht sich über 25 Minuten. „Da musst Du enger singen”, fachsimpelt sie einmal. Das Ergebnis findet auch das gerade 20-köpfige Publikum verblüffend. „Klingt kompakter”, sagt eine Dame. So muss es sein: nicht laut, sondern kompakt, damit die Töne in Reihe 25 ankommen.
Andreas Graw
13.09.2009
Der Westen
Foto: Franz Luthe
"Spaziergang" durch neue Spielzeit
Mit den rauschenden Klängen von Richard Wagners Vorspiel zum dritten Akt des „Lohengrin“ startete Generalmusikdirektor Jac van Steen mit den Dortmunder Philharmonikern am Wochenende die „festliche Spielzeiteröffnung“ in der Oper.
Die Veranstaltung, Beitrag zur 8. Theaternacht Dortmund, wurde im vollen Haus von einem begeisterten Publikum stürmisch gefeiert. Intendantin Christine Mielitz lud als charmante Moderatorin (sie wechselte sich mit Hannes Brock ab ) zu einem vielseitigen „Spaziergang“ durch die neue Spielzeit ein. Und es wurde in der Tat eine lange und eine abenteuerliche Wanderung über Stock und Stein verschiedenster Gattungen und Stile.
Von Wagner ein kühner Sprung zum Musical: Aus „Evita“ von Andrew Lloyd Webber – Premiere am 12. September – hörte man das berühmte Lied der Eva Perón „Weine nicht um mich, Argentinien“, prickelnd gesungen vom neu erworbenen Musical-Star Ann Mandrella.
Ein weiteres Highlight schließt sich im Premierenreigen am 17. Oktober an: Johann Strauß' Operette „Die Fledermaus“. Als klingende Beispiele gab es das Couplet der Adele – frisch und verspielt dargestellt von Julia Amos - und den Czardas der Rosalinde, gesungen von Susanne Schubert, die als „Neue“ noch andere anspruchsvolle Rollen übernimmt.
Tenor mit heldischem Schmelz
Mit Elsas Traum aus dem „Lohengrin“ und der Arie der Tosca von Puccini bewies sie mit ihrem kräftigen Sopran imponierende Vielseitigkeit. Als Tenor mit heldischem Schmelz stellte sich Craig Bermingham mit Proben aus Webers „Freischütz“ und Henzes „Der junge Lord“ vor.
Mit glitzernden Koloraturen entzückte Christina Rümann als Cleopatra und machte gespannt auf Händels „Julius Cäsar in Ägypten“ (Premiere im Januar 2010), Angela Bic fand schmerzvolle Töne in einer Arie aus „Orpheus und Eurydike“ von Gluck, gab ihr Wärme und Strahlkraft.
Neben den „ Neuen“ zeigten sich aber auch die bewährten „Alten“ in bester Form: Charles Kim sang differenziert und gefühlvoll Lohengrins „Gralserzählung“, Simon Neal glänzte stimmlich und gestalterisch als Scarpia in „Tosca“. Und er brach mit dem Monolog des Ford eine Lanze für Verdis geniale Spätoper „Falstaff“, die am 11. April herauskommt.
Vier Dirigenten (neben GMD van Steen Ralf Soiron, Ekhart Wycik und Motonori Kobayashi) standen an diesem Abend am Pult und führten jeweils auf ihre, dem Sujet angepasste Weise die mit Verve „zu neuen Ufern“ bereiten Philharmoniker, deren „Klang“ durch Umbauten des Orchestergrabens nun heller und schöner in den Raum ausstrahlen soll.
Sonja Müller-Eisold
Der Westen
30.08.2009
Der junge Lord
Im Opernhaus ist der Affe los
Das Musiktheater greift der Kulturhauptstadt voraus - und eröffnet am Sonntag, 17. Mai, 18 Uhr, mit der Premiere von „Der junge Lord” den Reigen der Hans Werner Henze Aufführungen in NRW.
Opernintendantin Christine Mielitz und Generalmusik-direktor Jac van Steen persönlich haben sich des Werkes angenommen. „Das ist eines der größten Meisterwerke der deutschen Musikliteratur”, sagt Mielitz. Für die Komische Oper, die 1965 uraufgeführt wurde, haben der Komponist und Schriftstellerin Ingeborg Bachmann zusammen gefunden.
Sie portraitierten eine Zeit, die angesichts der Schrecken des Zweiten Weltkriegs von einem Rückzug ins Private, von Enge und Engstirnigkeit geprägt war. Und setzten der Nachkriegsgeneration, die „der Reinlichkeitsfanatismus bis in die Seele” gepackt hatte, ein amüsantes Denkmal - voller „Güte und Erbarmen”, so Mielitz.
Deutsche Kleinstadt trifft Gelehrten
In „Der junge Lord” trifft eine deutsche Kleinstadt auf den Gelehrten Sir Edgar. Er düpiert die Kleinbürger, indem er sie ignoriert und stattdessen die Nähe eines Zirkusses sucht. Ein großes Experiment, das Grenzen überschreitet, als das Dorfmädchen Luise sich in einen dressierten Zirkusaffen verliebt - der zunächst von den Bewohnern frenetisch gefeiert wird, bis sie die Wahrheit über das Wesen entdecken... Die Sehnsucht nach Schönheit, Besinnung, Ruhe, der Rückzug ins Private sind angesichts der Finanzkrise wieder aktuell geworden - so dass die Inszenierung in einen spannenden Kontext gerät.
Die Oper stemmt die Produktion größtenteils mit dem eigenen Ensemble, unterstützt durch die Chorakademie. Für Jac van Steen ist das Werk eine „Burleske in sechs Bildern” - geschrieben von einem der „größten deutschen Komponisten, der die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft” schafft: Henze zitiere historische Stile und bringe sie auf einen eigenen Weg. Die Musik schrecke nicht ab, sondern unterstütze „wie in einem Film die Bilder.”
Messerscharfe Texte
Die messerscharfen Texte von Ingeborg Bachmann hat Bühnenbildner Kaspar Glaner aufgegriffen: Er experimentiert mit Groß und Klein, biedermeierlichen und doch klaren Kostümen - der Affe, gespielt von Jeff Martin, erinnert an Bill Kaulitz von Tokio Hotel. Sehr ungewöhnlich: Sogar ein Laser kommt zum Einsatz.
Nadine Albach
Kultur, 12.05.2009
Bilder: Fototeam Schmidt/Bildautor
Brabantse dirigent op de bres voor jonge collega’s
Vroeger vond hij het heel vervelend dat, althans in Nederland, zijn naam hoofdzakelijk in verband werd gebracht met ontoegankelijke eigentijdse muziek. Voor een mooie Beethoven of Brahms kwamen de orkesten bij andere dirigenten terecht. Eigenlijk is dat hier nog steeds zo, maar het doet geen pijn meer. Want Jac van Steen’s buitenlandse carrière is steeds interessanter en veelzijdiger geworden. Vooral in Duitsland en het Verenigd Koninkrijk dirigeert hij tegenwoordig zoveel traditioneel symfonisch repertoire en zoveel operaproducties, dat hij de moderne muziek zelfs een beetje is gaan missen. “Ik heb het altijd met heel veel plezier gedaan”, zegt hij. 
Ook het Residentie Orkest heeft hij in de afgelopen twintig jaar met zijn gedecideerde gebaren door heel wat gecompliceerde nieuwe partituren geloodst. Maar volgende week gaat het om Beethoven en Brahms. Jac van Steen dirigeert het openingsconcert van de Haagse Muziekdriedaagse. Het wordt een nogal ongebruikelijk evenement. Voor één van de programma-onderdelen, een uitvoering van Carl Nielsen’s ouverture ‘Helios’ staat hij zijn plaats af aan Christian Karlsen, één van zijn leerlingen. Het is een kleine geste, passend bij de formule van de Haagse Muziekdriedaagse, die als moto heeft ‘jong talent, grote meesters’.
Ook past het bij Van Steen’s ideeën als docent orkestdirectie aan het Koninklijk Conservatorium. Hij betreurt het dat in Nederland professionele orkesten zich geen tijd gunnen om aankomende dirigenten ervaring te laten opdoen. Dus nodigt hij soms een leerling uit een stage te volgen in Dortmund of Cardiff (Wales). Daar bevinden zich de twee orkesten die in deze jaren zijn agenda domineren. Sinds vorig jaar is hij Generalmusikdirektor in Dortmund. Dat wil zeggen dat hij door het gemeentebestuur is benoemd tot chefdirigent van opera en symfonische concerten.
Mentaliteit Jac van Steen (52) brengt 25 weken per jaar door in het Ruhrgebied. Daar komen nog zeven weken Cardiff bij, waar hij vaste gastdirigent is van het BBC-orkest van Wales, plus gastdirecties, bijvoorbeeld in Birmingham en Praag. Eerder was hij chef in onder meer Bochum, Neurenberg, Winterthur en Weimar. Ook in het Verenigd Koninkrijk heeft hij veel andere orkesten gedirigeerd. Hij kent het....

Den Haag Centraal, 27 februari 2009
GMD Jac van Steen probt erstmals mit Orchesterzentrum NRW
Kritik als musikalischer Karriereschub
Eine Riesenchance: Studierende des Orchesterzentrums spielen mit Eugene Ugorski und Jac van Steen.
Musiker müssen starke Persönlichkeiten sein. Besonders, wenn sie noch am Anfang ihrer Karriere stehen - schließlich helfen Kritik von außen und ständige Selbstüberprüfung auf dem Weg nach oben. ...
Generalmusikdirektor Jac van Steen probte jetzt erstmals mit Nachwuchs-Musikern des Orchesterzentrums NRW. Jac van Steen steht auf dem Dirigierpult wie immer.
Ganz in schwarz, wie so oft. "Wir müssen zusammen spielen. Kompakter sein", sagt er zu den Musikern, die vor ihm sitzen. Diesmal aber sind es nicht die Dortmunder Philharmoniker - auch wenn einige von ihnen unterstützend mitwirken - sondern primär Studierende in Jeans und Sweatshirt.
"Es geht darum, dass sie den musikalischen Orchesteralltag erleben mit einem absoluten Profi. Jac van Steen gibt den Studierenden mit auf den Weg, aufeinander zu hören, sich auszuloten, die klangliche Balance zu finden", erklärt Sprecherin Andrea Knefelkamp-West. Die Musiker heben die Geigenbögen, setzen die Hörner an den Mund.
Und die ersten Klänge von Tschaikowskys Violinkonzert D-Dur schweben in den Saal. "Das ist ein Standard bei den Probespielen", sagt Tilmann Kuttenkeuler vom Orchesterzentrum. Er hofft nach dieser auf weitere Zusammenkünfte mit van Steen - die auch der GMD begrüßt: "Das ist eine fantastische Gelegenheit, Orchesterspiel zu lernen."
Eine Tür öffnet sich und Eugene Ugorski kommt herein. Er wird mit Applaus begrüßt. Der Violinist ist der Solist des 4. Philharmonischen Konzerts gewesen. Er ist 19 Jahre alt - jünger als die meisten hier. Tschaikowsky, er, das Orchester verschmelzen. "Das bringt schon was", sagt Student Alexej Piastro (26) über das Zusammenspiel mit dem Solisten, bei dem man lerne, sehr genau auf die Einsätze zu achten. "Das Orchester macht einen fantastischen Job, ist sehr professionell", lobt auch Eugene Ugorski.
Dann schlägt die Stunde für Magdalena Zagozdzon. Die Studentin hat sich freiwillig gemeldet, um als Solistin zu spielen. Eine Mini-Meisterklasse beginnt.
Eugene spielt eine Passage mit dem Orchester, Magdalena hört gebannt zu. "Er entscheidet, wie leise wir spielen. Das kannst Du auch", sagt van Steen zu ihr. Magdalena spielt, ist in der Zange. Links Eugene neben sich, der ihr mit Handbewegungen Tempi andeutet. Rechts van Steen, der ihr Tipps gibt. "Wir brauchen mehr Intensität. Du hast sie, Du musst sie nur nutzen." Magdalena Zagozdzon lauscht ruhig, lässt sich nicht irriteren, verbessert, blüht auf.
Menschliche Größe für eine außerordentliche Chance. "Das wird sie nie vergessen", sagt van Steen, "in fünf Jahren macht Eugene Weltkarriere - und sie hat mit ihm gespielt."
Nadine Albach
Foto: Franz Luthe
Der Westen
14.01.2009
"So viel Dampf hatte ich nicht erwartet"
Halbzeit für Jac van Steen: Die Hälfte seiner ersten Spielzeit als Generalmusikdirektor ist vorbei. Nadine Albach sprach mit ihm über Turbulenzen und Pläne.
Was haben Sie bis jetzt in Dortmund bewegt?
Jac van Steen: Der Gesamttenor des ersten halben Jahres ist, dass das gesamte Haus zeigt: Wir wollen es wirklich gut machen. Ich spüre: Man versucht etwas zu realisieren - mit mir. Das hat sich im Konzert klanglich gezeigt, in der Oper hat sich das in einer sehr guten Tosca gezeigt. Mein erstes Konzert war eine Bewegung in der Stadt: 250 Sänger - das spüre ich noch heute. Das Publikum kommt auf mich zu. Es ist aber auch gesund, ab und zu Distanz zu haben von Dortmund: Ich gastiere immer noch, das gibt Frische, und ich bin etwas mehr in Holland.
Was hat Sie bewegt: Gab es Unvorhergesehenes?
Ich bin gekommen und habe nichts erwartet. Ich fühle mich wohl in Dortmund - aber das kann man nicht erwarten. Überrascht hat mich die komplexe Kommunikationsstruktur. Es kommt was in Bewegung, wo ich spüre, dass ich so viel wie möglich hier sein muss. Das hat damit zu tun, dass das Orchester sehr viel spielt durch die vier von sechs Sparten. Da kochen Sachen hoch, wo das Orchester mit 100 Planstellen locker in bestimmten Gruppen mehr Leute haben könnte, um alles zu bedienen.
Hinzu kommt, dass Ihr Orchester gestreikt hat und weiterhin streikbereit ist. Wie arbeiten Sie damit?
Ich bin kein Freund von Streik, aber jeder hat in unserer Demokratie das Recht - und das ist gut. Das Orchester macht das aus der Überzeugung, dass das Fass übergelaufen ist. Man kann darüber diskutieren, ob man damit einverstanden ist. Aber wenn man im ganzen Land entscheidet, wir machen das, habe ich damit zu leben. Ich muss ehrlich sagen, wenn das Orchester jetzt Freitag in der „Tosca” streikt, wüsste ich nicht, was ich machen soll. Tosca mit Klavier? 80 Prozent des Charmes von Puccini liegt im Orchester.
Sie fordern also mehr Stellen für Ihr Orchester?
Das ist zu direkt. Ich würde sagen, dass man so nicht noch mehr Anspruch auf mehr Dienste erheben kann, weil das der Qualität nicht gut tut. Das Orchester muss so viel spielen – ab und zu brauche ich ein bisschen mehr Zeit.
Das klingt nach einem Defizit in der Planung.
Es gibt viele Elemente, die die Planung so machen, wie sie ist. Wirtschaftliche und politische Faktoren zum Beispiel. Die Politiker erwarten, dass wir fast jeden Abend spielen, dass wir Produktivität in Quantität umsetzen. Wir haben eine Verpflichtung, ein vielseitiges Repertoire anzubieten. Ich denke zwar, man könnte eine Spielzeit auch anders gestalten. Aber jetzt muss ich damit umgehen, wie es ist.
Auch ein Theater hat ein Machtgefüge. Sind Sie ein Machtmensch?
Ich bin ein Mensch, der sich seiner Position bewusst ist. Die deutsche Theaterlandschaft bietet einem GMD Möglichkeiten, etwas zu bewegen. Man kann das Macht nennen. Ich würde Macht interpretieren als Möglichkeit, Ideen zu verwirklichen - und das ist ein schönes Gefühl. Das hat nichts damit zu tun, anderen Leuten keine Chance zu geben. Es geht darum, andere auf ein Level zu bringen, auf dem sie ihr Bestes leisten können.
Kulturdezernent Jörg Stüdemann hat einen Notfallplan für den Fall, dass Christine Mielitz geht: Dann sollen Sie die kommissarische Leitung der Oper übernehmen.
Die Frage hat mich nie erreicht. Wenn sie mich erreichen würde, würde ich das in dem Moment ruhig in Betracht ziehen. Bis jetzt ist das nicht geschehen, also kann ich nicht mehr dazu sagen.
Was sagen Sie zu der Stimmung am Musiktheater?
Es kostet viel Energie bei meinen Kollegen. Wir sind mit einem Ziel ans Theater gekommen und es ist schwierig, das im Auge zu behalten. Ich fände es schade, wenn in einem Qualitätshaus und in einer Qualitätsstadt Energie verschwendet wird. Ich kann helfen, indem ich ein offenes Ohr habe. Ich stelle fest, dass die Stimmung nicht erst so ist, seitdem ich gekommen bin. Ich bin dafür, dass das Ventil geöffnet wird. Aber das so viel Dampf dabei rauskommt, hatte ich nicht erwartet. Die ganze Geschichte, jetzt zum so und sovielten Male hochkocht, hat eine Historie. Ich bin froh, dass ich davon nicht wusste. Jetzt kann ich spontan reagieren und auf allen Ebenen Gesprächen führen.
Eine Erwartung an Sie war, dass Sie auf einer Ebene mit Frau Mielitz arbeiten.
Die Arbeit mit Frau Mielitz ist perfekt. Wir diskutieren, wir haben Ideen. Warum das so ist, weiß ich nicht. Ich stelle nur fest, dass nicht jeder das Gefühl hat, das ich habe. Und das ist die Untertreibung des Jahres. Ich sehe zwei Seiten: Ich sehe meine Kollegen, die Probleme haben und auf die Barrikaden gehen. Und ich sehe unsere Arbeit, die auf professionellem Level stattfindet. Ich versuche, zu kommunizieren - wünsche mir aber für das neue Jahr, wieder über die nächste Spielzeit und die Kunst zu sprechen.
Nadine Albach
Der Westen
08.01.2009
Werke von Bruckner, Messiaen und Schubert bei zweitem Philharmonischen Konzert
Bei Jac van Steen spürt man stets die Begeisterung für seinen Beruf.
DORTMUND - Eine tiefe, intensive Religiosität ist das verbindende Element in den Werken von Anton Bruckner und Olivier Messiaen. Beide sind in der kommenden Woche beim zweiten Philharmonischen Konzert zu hören. Die Unvollendete von Franz Schubert ergänzt das Programm im Konzerthaus.
„Bruckners 6. Sinfonie werde heute nur noch selten gespielt“, sagt Generalmusikdirektor (GMD) Jac van Steen, „viele empfinden sie als abgenudelt“. Aber es sei eben eine verdammt gute Musik. Um aus ihr am Montag, Dienstag und Mittwoch im Konzerthaus den perfekten Klang herauszuholen, hat van Steen das Orchester umgruppiert: Kontrabass nach links, Bläser nach rechts. Dadurch werde der akustische Eindruck noch voller.
Im Alter von nur 22 Jahren hat Olivier Messiaen seine „Les offrandes oubliées“ (Die vergessenen Opfergaben) geschrieben. Fast unglaublich für Jac van Steen: „An diesem nur gut elf Minuten kurzen Werk stimmt einfach alles.“ Und: „Am Anfang und Ende spielen wir das langsamste Tempo, das wir jemals am Pult gehabt haben. Die Zeit scheint dabei fast still zu stehen.“ Obgleich 84 Jahre älter, ist Bruckner für Jac van Steen moderner als Messiaen. Als Kontrastprogramm hat van Steen als Mittelpart Franz Schubert ins Programm genommen. Schubert habe traumhaft schöne Musik geschrieben. Man müsse bei solchen „Auflockerungsstücken“ zwischen zwei getrageneren Programmpunkten aufpassen, dass dieses nicht zu leicht sei, sonst werde es zerdrückt wie der Inhalt eines Sandwichs. Schuberts „Unvollendete“ passe da hervorragend.
Jac van Steen erklärt Werke
Eine halbe Stunde vor jedem Konzert, also um 19.30 Uhr, erklären Jac van Steen und Konzert-Dramaturgin Andrea Knefelkamp-West Details zur Musik. Van Steen möchte künftig das gesamte Orchester dabei haben, aber das klappt diesmal noch nicht. Am 26. Oktober, 18 Uhr, geben die Philharmoniker ein Gastkonzert in der Philharmonie Essen. Dann wird Bruckner aus und Wolfgang Rihm ins Programm genommen. Das ist eine freundliche Geste in Richtung Essen, wo Rihm Residenz-Komponist ist.
Andreas Schröter
Rürh Nachrichten
21. Oktober 2008
Feuertaufe für den neuen General in Dortmund
Die Philharmonie der Westfalenmetropole will mit dem niederländischen Orchesterchef Jac van Steen durchstarten.
DORTMUND. Es geht ein Ruck durch Dortmunds Musikleben. Selbstbewusstsein und Zuversicht prägte den ersten offiziellen Auftritt des niederländischen Dirigenten Jac van Steen in seiner Eigenschaft als Generalmusikdirektor der Stadt Dortmund. Selbstbewusst stand nicht nur 51-jährige Maestro am Dirigentenpult des nahezu ausverkauften Dortmunder Konzerthauses. Hochmotiviert reagierten auch die Dortmunder Philharmoniker auf seine klaren Anweisungen. Und der sympathische Einfall, 250 Sänger aus fünf Dortmunder Chören bei seinem Einstand mitwirken zu lassen, schuf ein Solidaritätsgefühl mit dem Orchester ihrer Stadt, das man bisher vermissen musste.
Kann er die Risse kitten?
Der große Erfolg der gelungenen Feuertaufe kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es viel zu tun gibt für den hochgewachsenen GMD. Nicht nur, dass die einjährige führerlose Zeit nach dem Ausscheiden Arthur Fagens dem Orchester nicht gut getan hat. Schlimmer noch, dass die miserablen Besucherzahlen in Konzert und vor allem der Oper ein geradezu zerrüttetes Verhältnis zwischen Publikum und Oper erkennen lassen, das van Steen nach eigenem Bekunden innerhalb der nächsten drei Jahren kitten will. Ein kühnes Versprechen.
An gutem Willen mangelt es bei ihm gewiss nicht. Und an künstlerischem Können auch nicht. Das hat er u.a. mit seinem glanzvollen Dirigat von Strawinskys Oper "The Rake's Progress" in der letzten Saison bewiesen.
Antonin Dvorák steht im Mittelpunkt der laufenden Konzertsaison, Dvorák beherrschte auch das Programm des 1. Philharmonischen Konzerts. Dessen freundliche, weniger bekannte, im Schlusssatz leider abfallende 6. Symphonie präsentierte van Steen mit klaren melodischen und klanglichen Konturen. Dabei kann er sich auf tüchtige Musiker in allen Stimmen verlassen, wobei das Orchester im Zusammenspiel aber noch deutlich an Homogenität und Leuchtkraft zulegen kann. Angesichts der Sensibilität, mit der van Steen den etwas kühl-routinierten Pianisten Matthias Kirschnereit zu Mozarts "Krönungskonzert" KV 537 unterstützte, dürfte sich da einiges bewegen.
Dvoráks "Te Deum", das mit seiner auftrumpfenden Lebensfreude eher an ein böhmisches Volksfest als an ein sakrales Gotteslob erinnert, bietet natürlich kein Tummelfeld für musikalische Feinarbeit. Entscheidend ist die Geste, alle Musikfreunde der Stadt Ernst zu nehmen und an einen gemeinsamen musikalischen Tisch zu laden. Eine Geste, die das Publikum offenbar verstanden hat. (NRZ)
Der Westen - 19.09.2008, PEDRO OBIERA
Der Stimmenfänger Jac van Steen
Hunderte von Menschen auf der Bühne - bunt, lautstark und gemeinsam: Die Proben für das 1. Philharmonische Konzert mit Generalmusikdirektor Jac van Steen im Konzerthaus. (Foto: Franz Luthe)
250 Stimmen auf der Bühne. Das ist ein Klangrausch. Ein lautstarkes Erlebnis. Faszinierend allein schon durch die Masse Mensch Und Generalmsuikdirektor Jac van Steen erweist sich schon bei seinem ersten philharmonischen Konzert im Amt - als Stimmenfänger. Jac van Steen ist schon ein bisschen zu Hause in dem Dirigentenzimmer, das gut versteckt im Herzen des Konzerthauses liegt.
Entspannt zurückgelehnt, sitzt er auf dem schwarzen Ledersofa. Ein greifbares Bild dafür, dass die Dortmunder Philharmoniker hier nahezu das Hausorchester sind. Jac van Steen will aber nicht nur im Herzen des Konzerthauses, sondern auch in denen der Dortmunder Bürger ankommen. Und eben dafür gab es wohl keinen geschickteren Schachzug, als Dortmunder Chöre einzubinden - und das auch noch in sein erstes Konzert als 'inthronisierter' GMD.
Ihm geht es um Kommunikation mit den Bürgern, um das Wecken von Neugier. Und die Fakten sprechen für ihn: Bereits 80 Prozent der Karten für die drei Konzerte sind - ohne Geschenke an die Mitsingenden - verkauft. Eine kleine Sensation für die Philharmoniker.
Van Steen hat zwar mit Hilfe von Chorleiter Granville Walker die Cr ème de la crème ausgesucht, um das "Te Deum" von Antoni?n Dvora?k gemeinsam mit dem Theaterchor zu singen - Dortmunder Kammerchor, Dortmunder Oratorienchor, Dortmunder Schubertchor und Neuer Chor an St. Patrokli. Aber es bleiben Laien. Jac van Steens Augen blitzen: "Ich lebe voll für Risiken. Die muss man eingehen." Zumal er weiß, dass das Stück für ein solches Experiment geeignet ist - und die jeweiligen Chorleiter viel Vorarbeit geleistet haben. Seit April etwa hat Margitta Grunwald mit dem Dortmunder Kammerchor geübt: "Für die Sänger ist das eine tolle Bereicherung", sagt sie, "und eine hohe Motivation."
Jac van Steen wünscht sich eine solche Zusammenkunft mindestens einmal pro Jahr. "Für mich ist der Vokalklang so wichtig", sagt er. Johannes Knecht - in der Doppelrolle des Chorleiters (St. Patrokli) und Sängers im Theaterchor - weiß, dass es anfangs von Profiseite Vorbehalte gab: "Aber es ist doch ein großer Spaß!"
Spaß, der hörbar ist. Als Jac van Steen auf das Dirigentenpult steigt, ist er noch umgeben von dem Geschwirr aus Stimmen und Instrumenten. Als er um Ruhe bittet, sind alle bei ihm. Alle 250 Sänger. Alle 80 Musiker. Und plötzlich erhebt sich ein großer Klang, ein gemeinsamer. Laut. Beeindruckend.
Der Westen - 12.09.2008, Nadine Albach
Jac van Steen: Der Lotse betritt das Schiff
Jac van Steen gibt in Dortmund seinen Einstand als Generalmusikdirektor. Er will mit den Philharmonikern ein ganz eigenes Klangbild schaffen und so das Publikum gewinnen.
Am Anfang war „Madame Butterfly“. Die Wiederaufnahme im März dieses Jahres, in der teils bildmächtigen, teils suggestiven Inszenierung von Christine Mielitz. Die Vorstellung in der nicht gerade erfolgsverwöhnten Dortmunder Oper war auffallend gut besucht. Manchen mag die Neugier gelockt haben, die Chance, das erste Mal Jac van Steen am Pult zu hören. Hinterher war schnell klar: Wer hier nicht war, hatte Entscheidendes versäumt, nicht weniger als eine Zäsur in der Entwicklung der Dortmunder Philharmoniker.
Dabei war dieser Anfang eigentlich nur eine Art Vorspiel. Denn van Steen wirkte zu diesem Zeitpunkt lediglich als designierter Generalmusikdirektor (GMD), als Mann in den Startlöchern, vor der Brust eine große Aufgabe: diesen Klangkörper, mithin die Dortmunder Oper, mit Beginn der Spielzeit 2008/09 in erfolgreicheres Fahrwasser zu lotsen. Jac van Steen, der Hoffnungsträger. So wird der neue, hochgewachsene Mann am Pult inzwischen im Theater gehandelt. Der hat sich manches vorgenommen und präsentiert im Gespräch einen eindrucksvollen Reigen von Ideen, Projekten, nicht zuletzt Visionen.
„Wir wollen eng mit den Dortmunder Chören kooperieren, neue Spielstätten erschließen, einmal im Jahr mit dem Orchester eine Auslandsreise unternehmen“, beginnt van Steen. Das Potenzial, sich international zu messen, sei vorhanden. In jeder Spielzeit werde ein Komponist im Vordergrund der Philharmonischen Konzerte stehen, wie jetzt Antonin Dvorak. Doch hier geht es nicht nur um die Fokussierung auf Berühmtheiten der Musikgeschichte: „Ab der nächsten Saison soll es regelmäßig einen Composer in Residence geben.”
Die Avantgarde und das Publikum – der Dirigent weiß um die Probleme. Vielleicht hat er deshalb, bereits als „Designierter“, eine große Charme-Offensive gestartet, die Menschen angesprochen und neugierig gemacht auf Kommendes. Und ein klein wenig darf das Publikum ja auch mitmischen in der Programmgestaltung, wenn es im letzten Konzert die Wahl hat zwischen klassisch-romantischer Sinfonik und impressionistischen Farbspielen. Die Moderne wiederum will van Steen nicht willkürlich platzieren, sondern vielmehr stets in einen historischen Zusammenhang stellen, Entwicklungslinien aufzeigen, also quasi eine Art Schule des Hörens etablieren.
„Das Publikum ist da, man muss es nur gewinnen“, ist eine der Überzeugungen des neuen Chefs am Pult. Und deshalb hat er auch keine Bedenken, ein hehres Ziel zu formulieren: die Auslastung der Philharmonischen Konzerte auf etwa 80 Prozent zu steigern.
Dass auf der anderen Seite das Orchester über genügend Potenzial verfügt, um mit Qualität zu überzeugen, ist für van Steen offensichtlich. „Wir starten jetzt, um in kontinuierlicher Arbeit ein ganz eigenes Klangbild zu schaffen“, sagt er.
Und die Oper? Der Dirigent hat Vorstellungen, in denen nur ein paar hundert Menschen saßen, selbst erlebt. Und bei früherer Gelegenheit bereits gesagt, dass er binnen drei Jahren in Zusammenarbeit mit Christine Mielitz eine Umkehr schaffen wolle.
Die neue Spielzeit, die mit dem „Weißen Rössl“ beginnt, mit „Tosca“ oder „Zauberflöte“ allseits Populäres bietet und als modernen Schlusspunkt Henzes „Der junge Lord“ setzt, verteidigt er gegen den Vorwurf der Beliebigkeit. „Wir müssen das Publikum mit Vielfalt und hochwertigen Aufführungen gewinnen“, formuliert van Steen die Idee dahinter. Eine Balance zwischen bekanntem Repertoire und Neuem soll sich bis 2010 einstellen.
Sein Vertrag gilt zunächst einmal fünf Jahre. Der erste Eindruck ist, dass hier jemand mit großem analytischem Verstand und zielstrebiger Energie seine Pläne verwirklichen will. Angst vor dem Abgleiten in Routine hat er offenbar nicht. „Ich will die Menschen auch in zwei Jahren noch überraschen können mit neuen Ideen“, sagt Jac van Steen.
Der Westen - 04.09.2008, Martin Schrahn
Mit einem Werk aus dem Jahre 1999, «Styx» für Solo-Viola, gemischten Chor und Orchester von Giya Kancheli, und mit Ludwig van Beethovens neunter Sinfonie verabschiedete sich Jac van Steen vom Orchester Musikkollegium Winterthur und von seinem Publikum.
Während sechs Jahren hatte er die Geschicke des Orchesters als Chefdirigent gelenkt, und nun zum Abschied viel Feierlichkeit. War ihm das ein Bedürfnis? Es habe sich aus der Konstellation so ergeben, ursprünglich sei ein ganz anderes Programm geplant gewesen. Aber er sei dennoch froh über dieses Abschiedskonzert: «Erstens ist Beethovens Neunte eine tolle Partitur, zweitens hat das Orchester sie vierzehn Jahre lang nicht als eigene Veranstaltung gebracht, drittens gab mir dies die Chance, einmal mit dem Schweizer Kammerchor zu arbeiten, und viertens erlaubte mir die Kombination mit Kancheli, dem Publikum eine neue, unbekannte Partitur vorzustellen, und das ist eine Visitenkarte, die ich mit dem Orchester Musikkollegium Winterthur gerne so hinterlasse.»
Jac van Steen geht nicht von Winterthur weg, weil es ihm hier nicht mehr gefällt. Er betont, dass er und das Orchester nach wie vor sehr gut zusammenarbeiten könnten. Er gehe, weil sich ihm andere Wege eröffnet hätten: Ab August wird er für fünf Jahre Generalmusikdirektor in Dortmund sein. «Es muss auch andere Wege für das Orchester geben. Ich war sechs Jahre sehr intensiv hier, und da ist es gesund, wieder mit einer neuen Chef-Idee konfrontiert zu werden. Weiter hat die Direktion in dieser Zeit gewechselt, was neue Entwicklungen auslöst. Ich werde nun wieder an einem Opernhaus arbeiten, eine Aufgabe, neben der man nicht noch viel anderes tun kann.» Denn die Oper habe er in Winterthur etwas vermisst. «Wir haben mächtig versucht, jedes Jahr einmal mit dem Winterthurer Orchester selbständig eine Oper zu machen.» Mit dem aufgeschlossen mitdenkenden Direktor des Winterthurer Stadttheaters, Gian Gianotti, seien auch Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit diskutiert worden.
Jac van Steen hat das Orchester von einem Dirigenten übernommen, der eine grosse Solistenkarriere hatte, bevor er parallel begann, auch zu dirigieren: Heinrich Schiff. Van Steen indes hat sein dirigentisches Handwerk von der Pike auf gelernt. Er arbeitete in diesen sechs Jahren immer solide auf hohem Niveau, probte genau, verstand es beispielsweise, die Intonation der Bläsergruppe deutlich zu verbessern. Auch neue Partituren oder schwierigere Werke des Repertoires waren bei ihm in guten Händen und erfuhren Aufführungen, die überzeugten. Seine Programme waren durchdacht, anregend und oft innovativ. Wie gut er dem Orchester tat, war in der Regel dann zu hören, wenn (weniger gute) Gastdirigenten dem Orchester vorstanden. Und was ihm doch manchmal fehlte, zeigte sich, wenn ein Dirigent wie Heinz Holliger oder der verstorbene Armin Jordan plötzlich eine ganz andere musikalische Inspiriertheit in den Saal des Stadthauses Winterthur brachten. Es gab sie auch bei van Steen, diese inspirierten, magischen Abende, aber sie waren eher in der Minderzahl.
Er habe einiges erreicht in seiner Winterthurer Zeit, fasst Jac van Steen seine sechs Jahre zusammen. Das Orchester werde von der Bevölkerung sehr positiv aufgenommen, was auch die Volksabstimmung von 2005 über den neuen Subventionsvertrag gezeigt habe; er spüre in der Stadt eine grosse Unterstützung. «Wir haben ein gutes Publikum. Ich kann Alban Berg oder Neue Musik aufführen, und es kommt.» Über seine lokale Bedeutung hinaus habe sich auf den Tourneen gezeigt, «dass wir mit unserem kleinen Orchester eine Qualität bringen können, die sich neben anderen Orchestern sehen lassen kann, sei es in Köln oder Basel.» Und überregional habe das Musikkollegium durch seine CD-Produktionen von sich reden gemacht. In van Steens Zeit nämlich entstanden Produktionen mit Werken von Frank Martin oder Alban Berg, und vor allem die von der Musikproduktion Dabringhaus und Grimm sorgfältig herausgegebenen Martin-Aufnahmen stellen eine echte Bereicherung des Repertoires dar und wurden auch von der internationalen Kritik sehr gut aufgenommen. «Im Herbst kommt meine letzte CD mit dem Orchester heraus mit Martins <Polyptique> und dem Cembalokonzert. Wir stehen international jetzt wirklich auf der Landkarte und haben an Renommee gewonnen. Da bin ich stolz darauf.»
Das Orchester habe dadurch auch eine neue Qualität erreicht. «Es will hart arbeiten, am Detail feilen, es hat jetzt einen Standard, unter dem es nicht mehr spielen will. Das haben sie selbst erreicht, ich kann dafür nur das Bewusstsein schaffen.» Selbstkritik übt van Steen in einem kulturpolitischen Punkt: «Ich hätte in den ersten Jahren strenger sein müssen in Bezug auf einen neuen Konzertsaal für Winterthur. Das Orchester hat sich bewiesen, dass es einen neuen Saal verdient.» Das sei zu hören, wenn es in einem akustisch hervorragenden Saal wie etwa der Zürcher Tonhalle spiele. Man habe zwar begonnen, Verbesserungen vorzunehmen, aber man könne aus dem Saal des Stadthauses einfach keinen Saal von akustisch befriedigender Qualität machen. «Winterthur ist mit 100 000 Einwohnern keine Kleinstadt mehr, das Orchester hat die Qualität, die Konzertprogramme sind gut, das Publikum ist da, der Platz ist da, und als naiver Dirigent und Musiker bin ich sicher, dass auch das Geld da ist.» Und so möchte er dem Orchester und seinem Nachfolger zum Abschied ans Herz legen, nicht nachzulassen, sich für einen neuen Winterthurer Konzertsaal einzusetzen. «Und sei es in zehn Jahren.»
Alfred Zimmerlin / NZZ Online
June 2008
"Weniger geht nicht mehr"Jac van Steen (links) und Antony Hermus
Dortmund/Hagen. Der renommierte holländische Dirigent Jac van Steen wird ab Sommer neuer Generalmusikdirektor der Dortmunder Philharmoniker. Van Steen ist nicht nur ein verehrter Maestro, er gilt auch als hervorragender Musikprofessor.
Zu seinen Schülern gehört der scheidende Hagener GMD Dr. Antony Hermus. Im WP-Gespräch erzählt van Steen von Sparzwängen und Kulturauftrag. Jac van Steen ist erkältet, als wir uns vor der Probe treffen, doch das tut seinem Charme und seiner Energie keinen Abbruch. Heute Abend wird der 51-Jährige mit den Hagener Philharmonikern unter anderem Robert Schumanns "Rheinische" dirigieren. Schöne, aber schwere Musik.
Wünsche und Erwartungen
Operintendantin Christine Mielitz stellt den neuen Spielpan vor.
DORTMUND, 23. April 2008
Mit mehr als 40 Premieren, zwölf Wiederaufnahmen und gut 50 Konzerten bieten die fünf Sparten des Theater Dortmund in der nächsten Saison einen der umfangreichsten Spielpläne der Region.
Seit zehn Jahren ist die "Tosca" von Opernintendantin Christine Mielitz in Essen meist ausverkauft. Zum 150. Geburtstag von Puccini inszeniert sie in Dortmund die "Tosca" neu (27.9.).
Mielitz inszeniert drei Opern selbst
Die Spielzeit eröffnet am 6.9. das "Weiße Rössl", mit der "Zauberflöte", dem Musical "Kuss der Spinnenfrau", Rossinis "Italienerin in Algeri", Webers "Freischütz", Henzes "Der junge Lord" und Strawinskys "Oedipus Rex" (im Doppel mit dem Ballett "Sacre") folgt Populäres. Drei Opern inszeniert Mielitz selbst (Tosca, Junger Lord, Oedipus), alle drei dirigiert der neue Generalmusikdirektor Jac van Steen, zusätzlich das Ballett "Sacre".
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Welsh roundup
Rian Evans: new year, new music...
In South Wales, it was a question of New Year, new music. Perhaps not brand new, but new to most people and it made a very gratifying change from the usual fare. Given that Cardiff for so long had such a reputation for twentieth century music, it is good to think that it might once again claw something of that reputation back.
It would be an exaggeration to say that audiences are flocking to contemporary concerts, but there is a discernible revival of interest. The BBC National Orchestra of Wales, whose corporate musicianship and expertise is this field is too easily taken for granted, is key in all this and the commitment of their principal guest conductor, Dutchman Jac van Steen, is certainly helping fuel the process.
MARCH - APRIL 2008 MUSICAL OPINION
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Riesengesten an die Theater-Zuschauer
Der Westen
Nadine Albach
20.02.2008
Er hat eine "Riesengeste" an das Publikum versprochen - jetzt liefert er sie: Der designierte Generalmusikdirektor Jac van Steen glänzte bei der Spielplanvorstellung des Theaters für 2008/09 mit neuen Ideen. ..
... Bei einem Konzert will er gar das Publikum über die Musik abstimmen lassen. Eigentlich hätte Jac van Steen gar nicht da sein müssen. Aber auch, wenn er noch designierter GMD ist, ließ er es sich nehmen, seine Pläne persönlich vorzustellen. Und: "Es ist allen ein Anliegen, dass das Haus voll wird. Und ich trage die volle Verantwortung dafür. Aber wir müssen raus aus der negativen Spirale. Wenn wir das zusammen machen wollen, schaffen wir das", sagte van Steen.
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Universelle Gedanken in Tönen
WINTERTHUR – Am letzten Abonnementskonzert im alten Jahr erlebte der Besucher drei Musikstile, die sich historisch wie in ihrer formalen Erscheinung total unterschieden: Einer durchkomponierten Sinfonie der Spätromantik folgte die Uraufführung eines ebenfalls einsätzigen Solistenkonzertes, dessen Dialogcharakter besonders deutlich zutage tritt.
Der neue Dirigent setzt schon energische Zeichen
Der Westen
Sonja Müller-Eisold
27.09.2007
Dortmund. Der Empfang konnte nicht herzlicher sein. Das Publikum im ersten Philharmonischen Konzert der Saison in Dortmund begrüßte den neuen Generalmusikdirektor Jac van Steen mit jubelndem Applaus. Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer wünschte dem Dirigenten "Toi toi toi" für die neue Aufgabe - auch im Hinblick auf die Kulturhauptstadt 2010, bei der sich Dortmund als Musikstadt präsentieren will. Jac van Steen dankte und versprach, sein Bestes zu geben.
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,,Ich könnte auch Fuβballtrainer sein''
Tremonia nova
Ausgabe 12, Juni 2007
Interview: Waltraut Muraurer; Bild:Lutz Kampert
Orchestergraben statt Fuβballplatz - der Niederländer Jac van Steen ist ein Teamarbeiter, aber einer, dem es besonderen Spaβ macht zu sagen, wo es langgeht. Ab kommender Spielzeit ist er Generalmusikdirektor in Dortmund.
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